Radler ist ein Mischgetränk aus Bier und Zitronenlimonade, Shandy der britische Verwandte mit Zitronenlimo oder Limonade, Panaché der französische mit Limonade, und nur die Variante auf Basis eines alkoholfreien Biers ist selbst alkoholfrei. Alle drei werden meist zu gleichen Teilen gemischt.
Der Alkoholgehalt folgt dem Bier im Glas und nicht dem Namen auf der Karte. Das Statistische Bundesamt meldete am 7. Juli 2026 für 2025 eine Produktion von rund 616 Millionen Litern alkoholfreiem Bier, einschließlich alkoholfreier Biermischgetränke, ein Plus von 6,5 Prozent. Die Seite ordnet Begriffe, Rechenwege, Grenzwerte und Etikettenangaben nebeneinander.
Worin unterscheiden sich Radler, Shandy und Panaché?
Das Radler verbindet Bier mit Zitronenlimonade oder prickelndem Zitrussaft, das Shandy Bier mit Zitronenlimo, das Panaché Bier mit Limonade, sodass sich die Namen eher nach Sprache und Limonade als nach Verfahren trennen. Radler ist das bayerische Wort für den Radfahrer, Shandy ist im Englischen seit 1888 belegt, Panaché bedeutet im Französischen gemischt.
Das Portal Genuss Bayern beschreibt das Radler als frisches, leicht süßes Bier-Zitronenlimonade-Mischgetränk mit um etwa die Hälfte reduziertem Alkoholgehalt gegenüber Vollbier. Das Wörterbuch Merriam-Webster definiert das Shandy als Bier mit einem alkoholfreien Getränk, vor allem Zitronenlimo. Spanien kennt als vierten Namen die Clara, die seine Biernorm gesetzlich festlegt.
| Name | Herkunftsland | Berichteter Alkoholgehalt (Vol.-%, Quelle) |
|---|---|---|
| Radler | Deutschland | 2,0 bis 3,2 (OCU); 2,0 bis 2,5 auf deutschen Flaschen (Meininger's, 2024) |
| Shandy | Vereinigtes Königreich | Unter 1,0 (OCU) |
| Panaché | Frankreich | 1 bis 3 (Aperitissimo, 2026); unter 1,0 bei einer elsässischen Rezeptur (Licorne) |
| Clara | Spanien | Kein Wert in der gesetzlichen Definition (Real Decreto 678/2016) |
Die Werte der Tabelle widersprechen sich, weil die Quellen verschiedene Rezepturen und verschiedene Basisbiere beschreiben. Fest steht allein die Rechnung der Verdünnung im nächsten Abschnitt, die das Etikett mit dem verwendeten Bier verbindet.
Wie viel Alkohol steckt in einem Radler, und warum weichen die Angaben ab?
Bier und alkoholfreie Limonade zu gleichen Teilen halbieren den Alkohol: Aus einem Pils mit 5,0 Prozent wird ein Mix mit 2,5 Prozent, aus einem Bier mit 0,0 Prozent bleibt 0,0 Prozent. Die Werte sind hier unter der Annahme einer alkoholfreien Limonade berechnet. Krombacher mischt sein AlmRadler aus Pils und Kräuterlimonade auf 2,0 Prozent, Einbecker seine Sorte Blutorange auf 2,5 Prozent.
| Basisbier (Vol.-%) | Bieranteil am Mix (%) | Ergebnis (Vol.-%, berechnet) |
|---|---|---|
| 5,0 | 60 | 3,0 |
| 5,0 | 50 | 2,5 |
| 5,0 | 40 | 2,0 |
| 0,5 | 50 | 0,25 |
| 0,0 | 50 | 0,0 |
Ein Mix aus gewöhnlichem Pils ist deshalb nie alkoholfrei, gleich wie er heißt, und das Etikett wiegt schwerer als der Name. Ein alkoholfreies Radler beginnt bei einem alkoholfreien Bier. Einbecker nannte sein Radler 0.0 im April 2024 das Zugpferd des Sortiments, und der Marketingchef sprach gegenüber Meininger's vom Absatztreiber.
Der Alkoholgehalt des fertigen Mixes ergibt sich aus dem Bieranteil und dem Alkoholgehalt des Basisbiers.
Zählt ein alkoholfreies Radler in der Statistik als Bier?
Ja: Die amtliche Statistik rechnet alkoholfreie Biermischgetränke zum alkoholfreien Bier. Die Produktion von rund 616 Millionen Litern (6,16 Millionen Hektolitern) im Jahr 2025, 6,5 Prozent mehr als 2024, enthält also alkoholfreie Radler. Alkoholhaltige Biermischgetränke wie das klassische Radler stehen getrennt, mit rund 343 Millionen Litern und minus 5,7 Prozent.
Die Zahl der Woche Nr. 28 vom 7. Juli 2026 erfasst Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten. Beide Reihen entwickelten sich im selben Jahr gegenläufig, doch die Veröffentlichung weist den Anteil alkoholfreier Mischgetränke nicht aus, sodass ihr Gewicht innerhalb der 616 Millionen Liter offen bleibt. Der Deutsche Brauer-Bund hatte für 2023 einen Rückgang der Biermischgetränke um 6,5 Prozent gegenüber 2022 gemeldet, bei einem Marktanteil von rund 9 Prozent.
Der französische Bericht von Boursorama vom 28. September 2026 nennt alkoholfreies Bier und Panaché als Treiber des Sommers, nennt jedoch für seine Zahl von sechs Punkten weder Einheit noch Zeitraum noch Datenquelle. Die Zahl wird hier nicht übernommen, nur die Richtung: Beide Getränke legten in einem heißen Sommer zu.
Seit wann gibt es das Radler, und stammt es wirklich von Kugler?
Das Radler ist in München deutlich früher belegt als die Legende, die es dem Wirt Franz Xaver Kugler und dem Jahr 1922 zuschreibt. Lena Christs Roman von 1912 erwähnt eine Radler-Maß, die um 1900 in der Floriansmühle ausgeschenkt wurde, und der Münchner Stadtarchivar Richard Bauer verortet den Anfang in den Radlervereinen des späten 19. Jahrhunderts.
Kugler schenkte das Getränk ab 1922 auf seiner Kugler Alm am Münchner Stadtrand aus und machte es populär, was erklärt, warum er bis heute als Erfinder gilt. Das englische Wort Shandy steht bei Merriam-Webster mit einer ersten Verwendung von 1888. Auch französische Brauereien wie Licorne erzählen die Kugler-Geschichte für das Panaché nach, sodass die geprüften Quellen keinen eigenständigen französischen Ursprung belegen.
Ab welchem Wert gilt ein Radler als alkoholfrei?
Eine einheitliche europäische Grenze fehlt. Deutschland erlaubt nach Angaben der Stiftung Warentest für alkoholfreie Getränke höchstens 0,5 Volumenprozent, Frankreich lässt die Bezeichnung bière sans alcool bis 1,2 Prozent zu (Dekret vom 15. November 2016), und Spanien setzt die Grenze bei unter 1 Prozent. Die französische Regierung stellte 2020 fest, dass die EU keine Definition kennt.
| Land | Regel oder Quelle | Grenze für alkoholfrei (Vol.-%) |
|---|---|---|
| Deutschland | Obergrenze laut Stiftung Warentest | 0,5 oder weniger |
| Frankreich | Dekret 2016-1531, Bezeichnung bière sans alcool | 1,2 oder weniger |
| Spanien | Real Decreto 678/2016, Artikel 3.2.f | Unter 1,0 |
| Belgien | Definition im Jahresbericht 2025 der belgischen Brauer | Unter 0,5 |
Ein Getränk mit 0,8 Prozent erfüllte die französische und die spanische Grenze für ein Bier ohne Alkohol und überschritte die deutsche und die belgische, ein aus der Tabelle berechneter Vergleich. Das spanische Dekret definiert zudem die Clara als Mischung eines beliebigen Biers mit Gaseosa, aromatisiertem Erfrischungsgetränk oder Zitrusfruchtsaftgetränk, während Radler und Shandy dort keinen eigenen Eintrag haben. Der Beitrag zu den Etiketten alkoholfrei und alkoholarm vertieft die Stufen.
Was steckt in einem alkoholfreien Radler, und wer bietet es an?
Ein alkoholfreies Radler kombiniert ein alkoholfreies Bier mit einer Zitruslimonade, sodass Zucker und Energie überwiegend aus der Limonade stammen und die Mischung trotz fehlendem Alkohol ein Getränk mit Energiegehalt bleibt. Die spanische Verbraucherorganisation OCU nennt für Biere 0,0 mit Zitrone höchstens 4 Prozent Fruchtsaft und etwa 89 Kilokalorien pro Dose.
Meininger's führte im April 2024 neben Einbecker auch Krombacher, Bitburger und Karlsberg als Anbieter alkoholfreier Radler auf. Das Basisbier entsteht durch Brauen mit sehr niedrigem Alkoholgehalt oder durch Entzug des Alkohols aus fertigem Bier, wie die Seite zur Entalkoholisierung beschreibt. Der Rahmen der Kategorie steht in den Marktanteilen für 2026.
Ist ein Radler alkoholfrei?
Nicht von Haus aus. Ein klassisches Radler besteht aus normalem Bier und enthält etwa 2 bis 3 Volumenprozent Alkohol, rund die Hälfte eines Vollbiers. Nur eine als alkoholfrei oder 0,0 gekennzeichnete Variante auf Basis eines alkoholfreien Biers enthält keinen nennenswerten Alkohol.
Was ist der Unterschied zwischen Shandy und Radler?
Die Rezeptur ist nahezu gleich. Das Shandy verbindet Bier mit Zitronenlimo oder Limonade und trägt einen britischen Namen, das Radler verbindet Bier mit Zitronenlimonade oder prickelndem Zitrussaft und trägt einen deutschen. Der praktische Unterschied liegt im Basisbier und im Etikett, nicht im Verfahren.
Darf ein Getränk mit 1 Prozent alkoholfrei heißen?
In Frankreich ja, denn die Bezeichnung bière sans alcool gilt bis 1,2 Prozent, und in Spanien ebenfalls, da die Grenze unter 1 Prozent liegt. In Deutschland liegt die genannte Obergrenze bei 0,5 Prozent, sodass dasselbe Getränk dort nicht als alkoholfrei verkauft werden dürfte.
Wie viel Alkohol enthält ein alkoholfreies Radler?
Zwischen 0,0 und der gesetzlichen Grenze des Verkaufslandes. Die Angabe 0,0 bedeutet keinen nennenswerten Alkohol, während ein Mix aus einem Bier mit 0,5 Prozent zu gleichen Teilen rechnerisch bei 0,25 Prozent liegt.
Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis), Zahl der Woche Nr. 28, 7. Juli 2026, Produktion von alkoholfreiem Bier 2025 gegenüber Vorjahr um 6,5 % gestiegen: rund 616 Mio. Liter, einschließlich alkoholfreier Biermischgetränke; alkoholhaltige Biermischgetränke rund 343 Mio. Liter, minus 5,7 %; Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten. Abgerufen am 14. Oktober 2026.
- Meininger's Brauwelt, 30. April 2024, Biermischgetränke mit Potenzial: Absatz der Biermischgetränke 2023 minus 6,5 %, Marktanteil rund 9 %, Einbecker Radler 0.0 als Zugpferd, Krombacher AlmRadler 2,0 %, Einbecker Blutorange 2,5 %, Krombacher, Bitburger und Karlsberg mit alkoholfreien Radlern. Abgerufen am 14. Oktober 2026.
- Genuss Bayern (Portal des Freistaats), Eintrag Radler: Definition, Lena Christs Roman von 1912, Floriansmühle um 1900, Richard Bauer, Kugler ab 1922, um etwa 50 % reduzierter Alkoholgehalt. Abgerufen am 14. Oktober 2026.
- Boursorama, 28. September 2026, La bière sans alcool cartonne en France et l'été caniculaire n'a fait que renforcer cette tendance: alkoholfreies Bier und Panaché als Haupttreiber; die Zahl von sechs Punkten ohne Einheit, Zeitraum und Quelle. Abgerufen am 14. Oktober 2026.
- Stiftung Warentest (test.de), Artikel zu alkoholfreiem Bier vom 24. Juli 2013, aktualisiert am 1. Oktober 2024: Höchstgehalt von 0,5 Volumenprozent für alkoholfreie Getränke. Abgerufen am 14. Oktober 2026.
- Assemblée nationale, schriftliche Anfrage mit Antwort von 2020 zum Dekret 2016-1531 vom 15. November 2016: Grenze von 1,2 % für bière sans alcool, keine europäische Definition. Abgerufen am 14. Oktober 2026.
- BOE, Real Decreto 678/2016 vom 16. Dezember 2016, Artikel 3: Clara, cerveza sin alcohol (unter 1 %), cerveza de bajo contenido en alcohol (1 bis 3 %). Abgerufen am 14. Oktober 2026.
- OCU, Cómo elegir cervezas con limón: Radler 2 bis 3,2 %, Shandy unter 1 %, Biere 0,0 mit Zitrone bis 4 % Saft und rund 89 kcal pro Dose. Abgerufen am 14. Oktober 2026.
- The Drinks Business, 21. Juli 2025, The radler and shandy trend is ready for lift-off, und Merriam-Webster, Eintrag shandy (erste Verwendung 1888). Brasserie Licorne und Aperitissimo (6. Februar 2026) zum Panaché. Abgerufen am 14. Oktober 2026.
- Berechnete Zahlen (Alkoholgehalt der Mixe in der zweiten Tabelle, Umrechnung in 6,16 Millionen Hektoliter, Vergleich der Grenzwerte bei 0,8 %) werden auf dieser Seite abgeleitet und sind keine veröffentlichte Statistik.
Radler, Shandy und Panaché bilden eine Getränkefamilie, und die alkoholfreie Variante unterscheidet sich von der klassischen durch das Basisbier, nicht durch die Rezeptur. Die deutschen Produktionszahlen 2025 und der französische Sommerbericht zeigen in dieselbe Richtung, zu mehr alkoholfreien Getränken bei schrumpfenden alkoholhaltigen Mischungen.
zeroproof.one verfolgt diese Kategorien mit ihren Grenzwerten. Das Journal bündelt die Referenzseiten zu Etiketten, nationalen Märkten und Bierstilen.