Welcher Mehrwertsteuersatz gilt heute für ein alkoholfreies Getränk im belgischen Lokal?

Auf jedes vor Ort servierte Getränk in einem belgischen Café oder Restaurant fällt der Regelsatz von 21 Prozent, ob mit oder ohne Alkohol. Der Leitfaden von Vite une table vom 25. September 2026 hält fest, dass alle diese Getränke, Wasser inklusive, bei 21 Prozent bleiben, während alkoholfreie Speisen und Getränke zum Mitnehmen bei 6 Prozent liegen.

Horeca Brussels beschreibt in einem Beitrag vom 29. Juni 2025, zuletzt geändert am 27. März 2026, dieselbe Regel: Die Lieferung von Getränken, alkoholisch oder nicht, unterliegt weiterhin dem Normalsatz von 21 Prozent. Der Satz hängt an der Dienstleistung vor Ort und nicht am Alkoholgehalt, weshalb ein Glas Wasser und ein Glas Wein auf dem Kassenbon denselben Steueranteil tragen.

LeistungMehrwertsteuersatz (%)Stand 25. September 2026
Getränke vor Ort, mit oder ohne Alkohol21Unverändert; die Senkung für alkoholfreie Getränke wurde nicht angewandt
Alkoholfreie Speisen und Getränke zum Mitnehmen6Unverändert; die angekündigte Anhebung auf 12 Prozent wurde gestrichen
Hotel- und Campingübernachtungen12Seit 1. März 2026 von 6 auf 12 Prozent angehoben
Frühstücksgetränke im Hotel12Folgen dem Übernachtungssatz, laut Horeca Wallonie
Getränke aus Zimmerservice und Minibar21Gelten als Restaurantleistung, laut Horeca Wallonie

Was kündigte die Haushaltseinigung vom 24. November 2025 für alkoholfreie Getränke an?

Die föderale Haushaltseinigung vom 24. November 2025 kündigte für alkoholfreie Getränke in der Gastronomie eine Senkung von 21 auf 12 Prozent an, mit stillem und sprudelndem Wasser, Säften und Eistee als Beispielen. Der Ministerrat billigte die Steuermaßnahmen am 23. Dezember 2025, der Start rückte vom 1. Januar auf den 1. März 2026.

Der Arbeitgeberverband VBO-FEB fasste den Plan am 14. Januar 2026 zusammen: Der Satz für alkoholfreie Getränke in der Horeca sollte frühestens am 1. März 2026 von 21 auf 12 Prozent fallen, doch die meisten Maßnahmen waren noch nicht endgültig und mussten erst in Gesetze gegossen und vom Parlament verabschiedet werden. Die Kanzlei Bird & Bird beschrieb dieselbe Senkung für Getränke wie Mineralwasser im Restaurant. Das Magazin Moustique berichtete am 16. Januar 2026, die Branche habe die Getränkesenkung deutlich freundlicher aufgenommen als den Rest des Pakets, zu dem eine Anhebung der Hotel- und Campingübernachtungen von 6 auf 12 Prozent gehörte.

Warum trat der Satz von 12 Prozent nie in Kraft?

Das engere Regierungskabinett der Regierung De Wever strich die Senkung am Freitag, dem 13. Februar 2026, zusammen mit den geplanten Anhebungen bei Speisen zum Mitnehmen, Kultur und Sport, eine Woche nach scharfer Kritik des Staatsrats an der Gesamtreform. Kein geprüfter Pressebericht nennt einen eigenen Grund für die Getränke, und die Einnahmelücke der unverändert bleibenden Bereiche wurde auf 400 Millionen Euro geschätzt.

Horeca Wallonie schrieb am 26. Februar 2026, die angekündigte Senkung werde zum 1. März letztlich nicht umgesetzt, ein neuer Termin sei offiziell nicht bestätigt und die Regierung habe keine überarbeitete Maßnahme fertiggestellt. Der Leitfaden von Vite une table ergänzt, die Senkung fehle im Königlichen Erlass vom 14. Februar 2026, der ab 1. März 2026 gilt. Ein anderer Teil des Pakets blieb im Zeitplan: Der Satz von 12 Prozent auf Beherbergung gilt seit dem 1. März 2026.

DatumEreignisBerichtet von
2025-11-24Föderale Haushaltseinigung kündigt 12 Prozent für alkoholfreie Getränke anHoreca Brussels
2025-12-23Ministerrat billigt die Steuermaßnahmen samt Senkungnews.belgium.be
Vor 2026-01-14Start vom 1. Januar auf den 1. März 2026 verschobenVBO-FEB, Bird & Bird, Confiancia
2026-02-13Engeres Kabinett streicht die GetränkesenkungLa Libre, Moustique, BX1
2026-03-01Beherbergungssatz von 12 Prozent gilt; Getränkesenkung fehltHoreca Wallonie, Vite une table
2026-09-25Leitfaden bestätigt 21 Prozent auf alle Getränke vor OrtVite une table

Wie steht Belgien bei Getränken in der Gastronomie im Vergleich zu Deutschland da?

Beide Länder besteuern Getränke in der Gastronomie mit dem Regelsatz: Belgien mit 21 Prozent, Deutschland mit 19 Prozent. Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland dauerhaft ein Satz von 7 Prozent auf Restaurantspeisen, Getränke bleiben laut IHK Frankfurt ausdrücklich bei 19 Prozent. Die belgische Senkung hätte Getränke aus dem Regelsatz herausgelöst.

Die deutsche Regel kennt nur eine Ausnahme: Milch und Milchmischgetränke mit mindestens 75 Prozent Milchanteil ohne Alkohol werden zum Mitnehmen oder bei Lieferung mit 7 Prozent besteuert, vor Ort aber stets mit dem vollen Satz von 19 Prozent. Ein alkoholfreies Bier oder ein Saft im Lokal trägt in beiden Ländern also den Regelsatz, in Belgien 2 Prozentpunkte mehr als in Deutschland.

Land und FallSatz auf Getränke vor Ort (%)Stand
Belgien, alkoholfreie Getränke2125. September 2026
Belgien, angekündigte Senkung12Nie angewandt, am 13. Februar 2026 gestrichen
Deutschland, alle Getränke19Seit 1. Januar 2026 gelten 7 % nur für Speisen
Deutschland, Milchgetränke vor Ort197 % nur zum Mitnehmen oder bei Lieferung

Was hätte die Senkung auf 12 Prozent an der Theke verändert?

Bei vollständiger Weitergabe wäre ein Getränk zu 3,00 € brutto mit 21 Prozent Mehrwertsteuer bei 12 Prozent auf rund 2,78 € gefallen, ein Minus von etwa 7,4 Prozent. Die Preise blieben gleich, weil der Satz gleich blieb, und keine geprüfte Quelle zeigt, was die Betriebe mit der Differenz getan hätten.

Die Rechnung ist kurz: 3,00 € geteilt durch 1,21 ergibt 2,48 € netto, und 2,48 € plus 12 Prozent ergibt wieder 2,78 €. Die Steuer schuldet der Betrieb, ein niedrigerer Satz senkt also entweder den Kartenpreis oder erhöht die Marge, und diese Entscheidung liegt bei jedem Haus. Alkoholische Getränke blieben in jedem Szenario bei 21 Prozent, der Steuerabstand zu einem gleich teuren alkoholfreien Getränk hätte neun Prozentpunkte betragen. Warum auch die Flasche keinen Steuerrabatt erhält, erklärt die Seite zum Preis von alkoholfreiem Bier.

Warum trägt dasselbe Glas Wasser im selben Hotel einmal 12 und einmal 21 Prozent?

Seit dem 1. März 2026 gelten für Hotel- und Campingübernachtungen in Belgien 12 Prozent Mehrwertsteuer, und Horeca Wallonie nennt für Frühstücksgetränke denselben Satz, während Getränke aus Zimmerservice oder Minibar als Restaurantleistung mit 21 Prozent gelten. Die Hinweise wurden nach einem Rundschreiben der Steuerverwaltung vom 29. April 2026 ergänzt.

Der Satz hängt damit davon ab, wo die Flasche geöffnet wird. Ein Wasser am Frühstücksbuffet eines Brüsseler (Belgien) Hotels läuft über den im März angehobenen Übernachtungssatz, dasselbe Wasser aus der Minibar bleibt bei 21 Prozent. Die 12 Prozent bei Frühstücksgetränken stammen aus der Anhebung bei der Beherbergung und nicht aus der gestrichenen Getränkesenkung.

Betraf die Ankündigung auch alkoholfreies Bier und Wein, und kann die Senkung zurückkehren?

Keine geprüfte Quelle sagt, dass der Satz von 12 Prozent alkoholfreies Bier oder Wein erfasst hätte. Genannt wurden Wasser, Säfte und Eistee, und Bird & Bird vermerkte, dass Bier über 0,5 Prozent und andere Getränke über 1,2 Prozent Alkoholgehalt bei 21 Prozent blieben. Eine Rückkehr der Senkung ist möglich, aber nicht terminiert.

Horeca Wallonie schrieb am 26. Februar 2026, ein neuer Anwendungstermin sei nicht bestätigt, und der Leitfaden von Vite une table vom 25. September 2026 erwähnt mögliche Ausgleichsmaßnahmen bei künftigen Haushaltskontrollen ohne Datum. Am 19. Oktober 2026 fand sich in den geprüften Quellen keine Entscheidung zu alkoholfreien Getränken. Alkoholfreies Bier gilt auf dieser Website als Bier mit höchstens 0,5 Prozent Alkohol nach Volumen; wie ein künftiger Erlass es einordnete, ist offen. Betriebe rechnen vor Ort mit 21 Prozent und prüfen jeden Satz beim SPF Finances, bevor er auf einer Karte steht. Zur Kategorie siehe Belgien 2025: alkoholfreies Bier legt zu und zur Ausschanktechnik alkoholfreies Bier vom Fass.

Wie hoch ist die Mehrwertsteuer auf alkoholfreie Getränke in belgischen Restaurants?

Der Satz beträgt 21 Prozent auf alle vor Ort servierten Getränke, alkoholisch oder nicht, Stand 25. September 2026. Alkoholfreie Speisen und Getränke zum Mitnehmen werden mit 6 Prozent besteuert.

Wurde die Senkung auf 12 Prozent in Belgien jemals angewandt?

Nein. Die Senkung wurde am 24. November 2025 angekündigt, am 23. Dezember 2025 gebilligt und für den 1. März 2026 geplant, dann am 13. Februar 2026 vom engeren Kabinett gestrichen und im ab 1. März geltenden Königlichen Erlass nicht aufgenommen.

Warum haben sich die Preise im Café nach der Ankündigung nicht geändert?

Der Satz blieb bei 21 Prozent, der Steueranteil eines Getränks änderte sich also nicht. Eine vollständige Weitergabe von 12 Prozent hätte ein Getränk zu 3,00 € auf rund 2,78 € gesenkt, doch dieses Szenario trat nie ein.

Wie hoch ist die Mehrwertsteuer auf Getränke in der deutschen Gastronomie?

Der Satz beträgt 19 Prozent. Seit 1. Januar 2026 gelten dauerhaft 7 Prozent nur für Speisen; Getränke bleiben laut IHK Frankfurt beim Regelsatz, auch Milchgetränke vor Ort.

Quellen

  • Horeca Brussels, TVA et Horeca : êtes-vous sûr de servir le bon taux (veröffentlicht am 29. Juni 2025, geändert am 27. März 2026): Getränke, alkoholisch oder nicht, zum Normalsatz von 21 %. Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  • Horeca Brussels, Accord budgétaire : ce qui change pour l'horeca: Einigung vom Montag, 24. November 2025, Maßnahmen für den 1. Januar 2026 vorgesehen unter Vorbehalt einer Parlamentsabstimmung, Maßnahme zu alkoholfreien Getränken annulliert und Satz unverändert bei 21 % (Aktualisierung vom 27. März 2026). Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  • Föderale Regierung Belgiens (news.belgium.be), Ministerrat vom 23. Dezember 2025: Senkung des Satzes von 21 auf 12 % für alkoholfreie Getränke im Rahmen von Restaurant- und Verpflegungsleistungen. Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  • Confiancia, TVA : modifications confirmées à compter du 1er mars 2026: Beispiele stilles und sprudelndes Wasser, Säfte und Eistee; Start vom 1. Januar auf den 1. März 2026 verschoben. Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  • Bird & Bird, Belgium increases VAT in the hospitality, food and leisure sectors as of March 2026: alkoholfreie Getränke wie Mineralwasser ab 1. März 2026 mit 12 %; Bier über 0,5 % und andere Getränke über 1,2 % Alkohol nach Volumen bleiben bei 21 %. Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  • VBO-FEB, Nouveautés fiscales en 2026 (veröffentlicht am 14. Januar 2026, geändert am 15. Januar 2026): Satz für alkoholfreie Getränke in der Horeca von 21 auf 12 % frühestens am 1. März 2026, Großteil der Maßnahmen noch nicht endgültig. Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  • Moustique, 16. Januar 2026, Pourquoi la TVA sur les boissons non alcoolisées a-t-elle été revue à la baisse: Förderung der Horeca, Start Anfang März, Hotel- und Campingübernachtungen von 6 auf 12 %, Aufnahme in der Branche. Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  • La Libre, 13. Februar 2026, und BX1, 13. Februar 2026: Entscheidung des engeren Kabinetts, die Senkung bei alkoholfreien Getränken und die Anhebungen bei Mitnahmespeisen, Kultur und Sport zu streichen; Kritik des Staatsrats; Einnahmelücke auf 400 Millionen Euro geschätzt. Moustique, 13. Februar 2026, dieselbe Entscheidung. Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  • Horeca Wallonie, TVA : plats à emporter et boissons NA, décisions reportées (Aktualisierung vom 26. Februar 2026): Senkung zum 1. März 2026 nicht umgesetzt, kein neuer Termin bestätigt. Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  • Horeca Wallonie, TVA des hébergements et campings: 12 % seit 1. März 2026; Frühstücksgetränke zu 12 %, Getränke aus Zimmerservice und Minibar zu 21 %, Ergänzungen nach einem Rundschreiben der Steuerverwaltung vom 29. April 2026. Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  • Vite une table, TVA horeca Belgique : 6 %, 12 % ou 21 % ? Guide 2026 (veröffentlicht und geändert am 25. September 2026): jedes Getränk vor Ort, Wasser eingeschlossen, zu 21 %; Senkung fehlt im Königlichen Erlass vom 14. Februar 2026, gültig ab 1. März 2026; alkoholfreie Speisen und Getränke zum Mitnehmen zu 6 %. Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  • IHK Frankfurt am Main, Reduzierter Mehrwertsteuersatz auf Speisen ab 1. Januar 2026: 7 % auf Restaurant- und Verpflegungsleistungen (Speisen), dauerhafte Senkung; Getränke weiterhin 19 %; Milch und Milchmischgetränke mit mindestens 75 % Milchanteil ohne Alkohol nur zum Mitnehmen oder bei Lieferung 7 %, vor Ort 19 %. Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  • Berechnete Zahlen: 3,00 € geteilt durch 1,21 ergibt 2,48 € netto; 2,48 € mal 1,12 ergibt 2,78 €; das Minus von 7,4 Prozent ist 1 minus 1,12 geteilt durch 1,21; der Abstand von neun Punkten ist 21 minus 12; der Abstand von zwei Punkten zu Deutschland ist 21 minus 19. Die Werte veranschaulichen eine Rechnung und sind keine veröffentlichten Preise.